Das Glück ist das Einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.

              Albert Schweitzer

Pfarreiprojekt 2017 für Mädchenschule von Joseph Kalamba

Diesmal hat das Katechese- und Pfarrei-Team ein Projekt aus Kongo ausgesucht, dessen Leiter P. Joseph Kalamba ist. Die Bevölkerung durfte P. Joseph während der Erkrankung des Pfarrers kennen lernen als er bei uns die priesterlichen Dienste übernommen hat. Es war uns wichtig ein Hilfsprojekt zu unterstützen, dessen Bezugsperson wir auch kennen.

 

Wenn Sie unser Projekt unterstützen möchten, verwenden Sie dazu bitte folgende Bankverbindung:

Kath. Pfarramt St. Mauritius, Pfarreiprojekt, 6247 Schötz;

IBAN: CH23 0900 0000 6187 1074 0

Merci vielmal für Ihre Spende!


Joseph Kalamba besuchte uns am 11. Dez. 2016

Weil Gott in tiefster Nacht erschienen,
kann unsre Nacht nicht traurig sein!

Zu diesem Thema führte Joseph Kalamba durch den Gottesdienst. Er ermunterte alle, auch in dunklen Momenten an diese Botschaft zu glauben. Joseph Kalamba erwähnte auch die unvergesslichen Worte von Altbundesrat Adolf Ogi: «Freude herrscht.»

Die Gottesdienstbesucher durften erfahren, dass sein Wort «freuet euch» für ihn ein gelebtes Wort ist: alle spürten, mit welcher Überzeugung und mit wie viel Herzblut er sich für die Jugendlichen in seinem Heimatort in Kongo einsetzt. An Hand von Bildern zeigte er auf, welche Schulen und Ausbildungen die Mädchen und Jungen dort in Kamutanga erlernen können. Bischof Felix Gmür hat ihn in Kongo besucht, vor der Wahl zum Bischof - gerne berichtete Joseph Kalamba von diesem freundschaftlichen Besuch.

Nach seinem Gottesdienst hier in Schötz schrieb Joseph Kalamba:

«Danke für das wohltuende Wiedersehen und die warme Begegnung mit euch in Schötz. Danke für eure ermutigende Unterstützung zu meiner sozialen Entwicklungsarbeit für die Jugendlichen und Mädchen in unserer Region in Kongo. Danke auch für das Zusammensein im Gottesdienst. Ich wünsche allen viel Freude im Alltag, trotz allem, denkt daran: "Lass deine Lebensfreude nicht einfrieren! Lass deinen Glauben an Gott nicht auslöschen!", war es ja heute bei Euch in der Predigt zu hören.

Ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr für euch alle und für eure Familien,

Euer Joseph Kalamba Mutanga»



Joseph Kalamba berichtet von seiner Mädchenschule:

Seit 1994 begann ich durch die Kooperative Bidiep-Bidiep (sich selbst entwickeln «Schritt nach Schritt») die Schulung von Kindern und Jugendlichen auf dem Land in unserer Region zu ermöglichen. Mit 26 Schülern und zwei Schulzimmern aus Lehm und Stroh habe ich in unserem Dorf Kamutanga begonnen. Heute sind in Kamutanga etwa 1500 Schülerinnen und Schüler jeden Tag unterwegs zur Schule.

Inzwischen funktionieren in Kamutanga sieben Berufsschulen: vier sind für die Knaben zur Ausbildung zum Maurer, Schreiner, Mechaniker und Elektriker, drei Schulen für die Mädchen für die Ausbildung zur Schneiderin-Näherin, Seminar-Lehrerin und Krankenschwester. Jede Schule zählt sechs Klassen. So ist in Kamutanga ein grosses Netz von vielen Berufsschulen entstanden, eine regionale Dreh-Scheibe für die Ausbildung der Jugendlichen bei uns. Viele kommen von entfernten Dörfern, wohnen bei den Familien im Dorf. Nur 42 wohnen in einem Gebäude als Internat, kochen aber selber. Am Wochenende gehen sie nach Hause, um Nahrung zu suchen und wieder mitzubringen.

Warum braucht es eine Mädchenschule?

Um die Selbstautonomie von Frauen zu ermöglichen lohnt es sich bei uns, den Mädchen den Zugang zur Schulung und Berufsausbildung zu eröffnen. Sonst gehen sie früh zu früh in die Ehe und bleiben dann den Männern stark untertan. Wenn sie aber lesen und schreiben, auch einen praktischen Beruf erlernen können, dann bilden sie vor Ort ihre Familie erst als Erwachsene, nehmen ihr Schicksal in eigene Hände. So gewinnen sie Selbstbewusstsein und eine starke Autonomie in der Ehe, in der Familie und somit auch in der Gesellschaft.

Viele Mädchen erlernen bei uns den Beruf als Lehrerin, als Näherin und Krankenschwester, um ihre Fähigkeiten zu entwickeln und können somit auch für ihre Dorfgemeinschaft etwas zurückgeben. Mit einem praktischen Beruf können sie selber ihr Geld verdienen und so die Einnahmequelle in der Familie stärken. Viele führen ihre eigene Werkstätte als Schneiderin und Näherin, andere arbeiten in kleinen Gesundheitsstationen und Entbindungsstationen in der Region. Die künftigen Lehrerinnen bekommen oft eine Stelle in vielen Primarschulen bei Katholiken, Reformierten oder beim Staat.

Am Anfang gab es damals wenige Mädchen in der Schule. Doch in den letzten zehn Jahren besuchen nun viele Mädchen die drei Berufsschulen in Kamutanga. Heute sind die Schulzimmer kleiner geworden. Es braucht wirklich eine Erweiterung von drei Klassenzimmer.

Dazu kommt auch das Bedürfnis auf, einen Praxisraum für die Schülerinnen, für die Krankenschwestern und Pädagogie-Schülerinnen zu schaffen, damit sie Praxis und Theorie richtig vereinbaren können. 

Der eigene Beitrag vor Ort liegt an der schweren Arbeit, viele Bachsteine zu pressen, sie in Backhöfen zu brennen. Gerne arbeiten die Schülerinnen und Schüler von Kamutanga jeden Samstag von 9 Uhr bis 12 Uhr für diese Steine. Viele Fotos geben Ihnen einen Eindruck von diesem grossen Einsatz der Kinder. So wird Ihre Schweizer-Hilfe eine Hilfe zur Selbsthilfe!

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung

Im Laufe des Jahrs 2017 möchte unsere Kooperative die Erweiterung der drei kleinen Klassenzimmer und Praxis-Räume bauen, diese mit technischer Einrichtung ausstatten. Auch Bischof Felix Gmür, Solothurn, hat schon unsere Berufsschule von Kamutanga besucht. Gerne schicken wir Ihnen in Schötz darüber einen Bericht, mit aktuellen Fotos, über die getane Arbeit, sowie auch ein Dankeswort von Kamutanga.

Im Voraus bedanke ich mich ganz herzlich für Ihre Solidarität mit unserer Kooperative. Im Namen von allen Schülerinnen und Schülern von Kamutanga, im Namen unserer Bevölkerung und auch in meinem eigenen Namen bedanke ich mich ganz herzlich für Ihre wertvolle Unterstützung zum Gelingen dieses wichtige soziale Projekt in unserer Region.

Euer Joseph Kalamba Mutanga

 

 

Gebäude der Schule für Krankenschwestern